Die Suche nach dem ursprünglichen Portugal führt auf direktem Weg ins Alentejo-Gebiet. Alentejo, zu Deutsch "jenseits des Tejo", ist die größte Region Portugals. Auf einem Drittel der Landesfläche birgt sie große Weine, Olivenhaine, Marmor, Granite und natürlich Korkeichen. Keine Landschaft ist gleichzeitig so abwechslungsreich: Grüne Felder im Frühling, ausgedörrte rote Erde im Sommer, hunderte Störche, Steinhäuser und Burgen. Nachdem ich im letzten Jahr bereits Évora - die "Hauptstadt" des Alentejo erkundet habe, stand nun der Nordosten bis an die spanische Grenze auf dem Programm.
Tejobrücke - ich fand sie so schön, dass ich glatt den Ort vergessen habe.
Die erste Stärkung im wunderschönen Castello de Vide. Die F.A.Z. beschrieb die Backkunst aus dem Alentejo folgendermaßen: [Es ist] als veranstalteten sie eine Orgie aus Mehl und Eigelb, Zucker und Zimt, Mandeln und Kakao, Honig und Marzipan. Ja, so ist es... lecker!
Heftig-deftig dagegen Migas (Krümel) à Alentejana: Ein traditionelles Bauernessen im Alentejo. Dazu wird aufgeweichtes Brot, in ausgebratenem Fleischfond mit Knoblauch und Paprikapulver zu einem reichhaltigen Brotbrei verrührt und mit dem Fleisch und Orangen serviert. Damit man sich dieses Essen kalorienmäßig verdient hat, muss man wohl am Vormittag so 1-2 Steinhäuser gebaut haben. Genug vom Essen erstmal - Da bin ich...
...und ich mach mit Euch jetzt einen Stadtrundgang durch Castelo de Vide.
Pasteleria Sol Nascente (doch wieder Essen) - hier wird preiswert und liebevoll süßes Gebäck aus eigener Herstellung verkauft.
Gegenüber vom Café ein Dachgiebel voll mit Schwalbennestern. Natürlich musste ich sie zählen (nerd) und jetzt kann ich Euch berichten: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer... aber vielleicht 104? (ohne Nachwuchs).
Ein Gäßchen eingerahmt von Callas.


Eine typische Haustürzeile in Portugal. Am Tag als in dieser Straße die Hausnummern festgelegt wurden, gab es wohl kurzfristig keine 3en und 5en. So liegt 21 direkt neben 27. 

Mein Lieblingsbild aus diesem Post.
In Castelo de Vide habe ich festgestellt, dass mir Wasserspeier sehr gut gefallen. Prompt gab es für mich auch etwas zu lernen, siehe Wikipedia: "Bereits in der Romanik und später in der Gotik und Renaissance verwendete man, besonders bei größeren Kirchengebäuden, häufig dämonische Gestalten oder Tiere in einer symbolischen Bedeutung. Da sie sich als Wasserspeier ausschließlich an der Außenfassade der Kirchen und niemals innen befinden, symbolisieren sie den Einfluss des Teufels auf die irdische Welt, der in Kontrast zur Reinheit des Himmelsreiches - symbolisiert durch das Innere der Kirche - steht. Diese wasserspeienden Wesen werden Gargoyles, auch Gargylen genannt und haben den Ruf, Beschützer zu sein. Ihr dämonisches Aussehen soll den Geistern und Dämonen einen Spiegel vorhalten, soll sie vergraulen und somit Kirchen und Klöster vor bösen Mächten schützen."Und jetzt geht es hoch aufs Castelo damit Ihr mit mir die schöne Aussicht genießen könnt.


Meine Kamera war nicht in der Lage einzufangen, wie weit und schön sich das Land ausdehnt das einem hier zu Füßen liegt. Einen neuen Versuch die Schönheit Portugals (von oben) zu beschreiben, haben wir deshalb zwischenzeitlich in Monsanto unternommen, Post kommt ganz bald!

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