Sonntag, 1. April 2012

Madeira, Madeira Teil 3: Típico madeirense - Best off!

Madeira hätte einen eigenen Blog von mir verdient - so vielseitig und spannend war es die Insel zu entdecken. Da dieser Blog aber "Regina in Portugal" und nicht "Regina auf Madeira" heißt, schließe ich meine kleine Trilogie heute mit einem Best off. Da sind zunächst die wunderschönen Küstenformationen...Eingeramt vom Madeiras Blütenpracht...Der Aussichtsbalkon des Cabo Girão in 580m Höhe von dem aus man respektvoll in die Tiefe... ....oder ganz weit bis nach Funchal blickt.Ebenfalls weit oben im Bergdorf Santana findet man noch einige restaurierte madeirensischen Bauernhäuser mit Strohdach, die heute eines der Wahrzeichen der Insel sind.Madeira ist auch die Heimatinsel des reichen Geschäftsmannes José Berardo, über dessen Projekte ich immer wieder hier gebloggt habe (Berardo Collection in Belém; Garten des Friedens). Auch hier hat er kulturell viel geleistet und so kann man sich beispielsweise bei einem Spaziergang durch seinen Jardim Tropical entspannen...

Natürlich hat Berardo auch auf Madeira nicht auf Buddhas verzichtet...
Eine kleine Insel mit so großen Höhenunterschieden braucht geeignete Transportmittel: Die Insel verfügt insgesamt über 5 Seilbahnen, wobei 2 heute noch vorwiegend im Dienst der Bauern stehen und ihnen den Zugang zu Ackerflächen und das Einbringen der Ernte erleichtern. Alle Seilbahnen sind der Öffentlichkeit zugänglich. Hier der Panoramalift der von Funchal nach Monte führt. Diese Fahrtstrecke legte man 1893 bis 1943 mittels Zahnradbahn mit Dampflok zurück. Dampflok Funchal 1900. Bildquelle: http://comboio.web.simplesnet.pt/
Der Bahnbetrieb wurde nach mehreren schweren Unfällen eingestellt. Die Schienen wurden größtenteils für Kriegszwecke eingeschmolzen.
Blick auf den Schienenweg von Funchal nach Monte 1898, Bildquelle: http://comboio.web.simplesnet.pt/Blick aus dem Panoramalift auf Funchal, 2012.
Wer mutig ist kann die Abfahrt in Richtung Funchal mittels Korbschlitten antreten. Im Zweisitzer saust man auf Holzkufen in die Tiefe. Gesteuert wir das Gefährt von zwei traditionell gekleideten Männern die die Gummisohlen ihrer Stiefel zum bremsen benutzen.
Und so sieht das dann während der Fahrt aus ;-)

Wer sich nach den 2km Schlittenfahrt erstmal stärken will greift auf Madeira zum Bolo do Caco, einem Fladenbrot aus traditionell 50% Weizenmehl und 50% Süßkartoffeln. Man findet ihn oft mit Kräuter- oder Knoblauchbutter. Wir hatten ganz besonders viel Glück und bekamen in einem kleinen Imbiss in einer Seitenstraße folgenden Wahnsinns-Bolo do Caco gezaubert: einmal mit Allem - mmmhh! der war lecker!Da wir schon beim Essen sind, soll ein Blick auf den Madeira(-wein) nicht fehlen. Madeira ist eine geschützte Bezeichnung für Weine der Atlantikinsel, die nach definierten Standards des Instituto Do Vinho Da Madeira hergestellt wurden. Unter den Sorten trocken, halb-trocken, halb-süß und süß findet wohl jeder SEINEN Madeira und genießt in fortan als Aperitif, zur Vorspeise, zum Sushi oder als Dessertwein. Wir haben sowohl eine ganz alte wie auch eine ganz moderne Madeirawein-Kellerei besucht. Wobei der Begriff Kellerei hier nicht ganz richtig ist, denn es gehört zum traditionellen Herstellungsprozess, dass der junge Wein unter dem Dach reift. In der Adega Artur de Barros e Sousa Ltd kann man das traditionelle Lager besuchen und ist dabei hin und weg von dem Geruch, der einen auf drei Etagen und damit über drei Generationen Weine begleitet.
Hier warten die typischen Flaschen auf Ihren Einsatz...
Aber Vorsicht - das Getränk, das so unschuldig in so einfachen Flaschen daherkommt hat 17-22% Alkohol ;-) Da endet so manche Weinprobe gern im seeligen Großeinkauf. Aber es lohnt sich!
Wer die Produktion im großen Stil kennenlernen möchte, der kann eine Tour auf der Blandy's Wine Lodge machen. Die englische Familie produziert bereits in siebter Generation Madeira. Hier stehen wir vor einem der zwölf 9000-Liter-fassenden Weinfässer der Lodge. Und das alles im ersten Stock, beeindruckende statische Verhältnisse :-)
Jeder von uns hat SEINEN Madeirawein gefunden und so haben wir uns ein schönes Erinnerungsstück mitgebracht. Den werden wir im Sommer eisgekühlt auf dem Balkon trinken und an unsere schöne Entdeckungsreise zurückdenken. Madeira, Madeira!

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