Samstag, 24. Dezember 2011

Ich hab noch einen Koffer in Berlin

Freundschaft ist für mich, eine jahrelange richtig gute Unterhaltung. Die kannst Du monatelang unterbrechen und dich dann hinsetzen, weiterquatschen und alles ist gut. So ist es mit meiner Freundin Caro. Auch wenn wir uns ewig nicht sehen, verbringen wir ein paar Mal pro Jahr einfach herrliche Stunden miteinander, quatschen und amüsieren uns. Und das taten wir am vergangenen Wochenende in Caros Wahlheimat Berlin. Und da wir beide fantastische Organisatoren, wie auch absolute Genussmenschen sind, sieht ein perfekter Mädelsabend bei uns ungefähr so aus:

Unterwegs in der Hauptstadt - dickes B oben an der Spree:
Fast 11 Jahre ist es her, dass ich auch ein paar Monate in Berlin leben durfte und noch bis heute halte ich's mit Hildegard Knef und Marlene Dietrich:

Wunderschön ist´s in Paris auf der rue Madeleine.
Schön ist es im Maien-Rom, durch die Stadt zu gehen.
Oder eine Sommernacht still beim Wein in Wien,
doch ich denk, wenn ihr auch lacht, heut´ noch an Berlin.

Ich hab noch einen Koffer in Berlin.
Deswegen muss ich nächstens wieder hin.
Die Seligkeiten vergangener Zeiten
sind alle noch in meinem kleinen Koffer drin.

Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin.
Der bleibt auch dort, und das hat seinen Sinn.
Auf diese Weise lohnt sich die Reise,
denn wenn ich Sehnsucht hab’ dann fahr’ ich wieder hin.

Natürlich, hat sich in 11 Jahren viel verändert, neue Gebäude, komplette Stadtteile sind teils auf Freiflächen, teils auf alten Ruinen entstanden. An diesem Wochenende gab es aber für mich eine Premiere: Weihnachtsmarkt in Berlin. Davon gibt es 25 (größere), wobei ich hier einfach mal komplett unrecherchiert behaupte, ich hätte am Gendarmenmarkt den allerschönsten gefunden.
Vor der historischen Kulisse, des deutschen und französischen Doms findet man hier Verkaufsstände voll mit aussergewöhnlichem Handwerk und ausgefallenen Geschenkideen.
Nach dem Gendarmenmarkt gings noch zu einem 2. Weihnachtsmarkt, an der Kulturbrauerei und da gabs ein grosses Wiedersehen bei Glühbier (statt Adventskaffee): So viel Mobilität uns heutige Berufsbilder abverlangen, wie sehr sich auch die Leute in alle Himmelsrichtungen verteilen, so schön ist es doch auch, in eine Stadt zu kommen, 3.000 km von deiner aktuellen Heimat entfernt und auf einmal bist du umringt von guten Freunden und Bekannten. Danke an Euch alle für die schönen Stunden v. l. n. r. Mandy, Caro, Birgit, Marco, Harry (aufm Arm) und später noch Volker.

Ein geglücktes Experiment folgte als krönender Abschluss: Dank der Vielzahl an Kulturen in Berlin, ist es ein Leichtes einmal die Küche auszuprobieren, die man schon immer mal testen wollte. Im Fall von Caro und mir war das Äthiopisch. Das haben wir dann auch gemacht und authentisch ohne Besteck mit Fladen Tatar, Linsen und sonstige Leckereien genossen.
Freunde, deutsche und internationale Kultur, Weihnachtsvorfreude und gutes Essen... oh, wie schön ist Berlin!

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