Bildquelle: WDR über www.welt.de"Komm gut heim", das liest man in Deutschland auf so manchen Lkw-Fahrerhäusern.
"Danke, dass ich gut heimgekommen bin", denke ich regelmäßig am Abend mit dem Blick himmelwärts, wenn ich in Lissabon mein Auto abstelle.
Nachdem ich heute nun auch die Erfahrung Geisterfahrer in meinem portugiesischen Fahrtenbuch abhaken kann, möchte ich hier ein wohlgemeintes literarisches Stoppschild aufstellen für all diejenigen, die darüber nachdenken im nächsten Portugal-Urlaub einen Leihwagen zu nehmen.
Ausnahmsweise soll - nein - muss zu diesem Thema zitiert werden, denn Eckhart Nickel hat die Zustände auf portugiesischen Straßen in seinem Buch "Gebrauchansweisung für Portugal" einfach hervorragend beschrieben: "Das Verhalten der Portugiesen im Straßenverkehr steht nämlich in krassem Gegensatz zu ihrem ansonsten freundlichen Habitus. Bisweilen entsteht der Eindruck, daß alle Aggressivität, jedes Minderwertigkeitsgefühl und ein Anflug von Wahnsinn, ausgelöst vom schmerzlich empfundenen Verlust portugiesischer Größe, sich ein Ventil im Autoverkehr suchen und auch finden. Wer nach vergleichbaren Parametern sucht, muß sich das Ganze so vorstellen: Die Grundstimmung ist italienisch, Rom nach einem verlorenen Weltmeisterschaftsfinale der Azzuri. Dazu kommt, bestens vertraut, die Raserei der Deutschen: mit Tempo 120 durch die verkehrsberuhigte Zone. Und schließlich in Städten ein Verkehrsaufkommen wie in Paris am Quartoze Juillet. Wenn man alle diese Elemente nun nach Kairo oder Bombay versetzen würde, hätte man ungefähr ein Bild davon, welche längst vergessenen Automobiltypen auf den Straßen Portugals noch präsent sind und in welchem denkwürdigen Zustand sie sich befinden."
Dem ist nichts hinzuzufügen! Naja, außer vielleicht, dass wir bei dieser Illustration noch kein Wort über Fußgänger oder Motoradfahrer verloren haben. Letzere bestechen vor allem als Pizzafahrer mit Thermokofferraum durch Kreativität und eröffnen im oben beschriebenen Chaos regelmäßig eine 3., 4. oder 5. Fahrspur...
Und hier noch ein paar Bilder von meiner Handykamera, vom täglichen Wahnsinn auf den Straßen Portugals...
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